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Logbuch des Textfabrikanten.

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brechtlektüre

nun da ich mich an der universität eingerichtet habe. den größten teil meiner zeit mit kopieren | mitschreiben | organisieren zugebracht habe kann ich endlich ans lesen gehen. der gute mensch von sezuan von bert brecht. das erste buch seit langem das ich rasch und zügig auslas. wunderbare lektüre. endlich bin ich gebildet genug um sagen zu können wo das zitat von marcel reich-ranicki: der vorhang zu und alle fragen offen - her ist.

 

bei brecht lautet es:

wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen

den vorhang zu und alle fragen offen.

 

doch der spieler in brechts stück führt noch weiter aus:

der einzige ausweg wär aus diesem ungemach:

sie selber dächten auf der stelle nach

auf welche weis dem guten menschen man

zu einem guten ende helfen kann.

verehrtes publikum, los, such dir selbst den schluß!

es muß ein guter da sein, muß, muß, muß.

 

ja es muß ein guter mensch da sein.es muß. wenn nicht bliebe nichts als verzweiflung zurück.

da kann ich nur neidlos sagen: ich werd mich bessern und dem guten menschen helfen wenn er mir begegnet. selbst nichts gutes tun ist schlimm genug. doch dem der gutes tut nicht beizustehen ist unverzeihlich.

gottfried von straßburg hat ein ähnliches problem umgetrieben und das schon um 1210.

er schreibt in seinem tristan-prolog:

gedachte mans ze guote niht,

von dem der werlde guot geschiht,

so waere ez allez alse niht,

swaz guotes in der werlde geschiht.

zu gut deutsch:

wollte man den nicht hochachten,

von dem der welt gutes widerfährt,

so wäre alles so viel wie nichts,

was gutes in der welt geleistet wird.

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