Logbuch des Textfabrikanten.
habe einen irritierenden artikel im spiegel gelesen. von einer neuen generation von frauen ist da die rede. die eine verkündet das ende der männer. die andere hat ungenierten sex in der serie "girls" und die dritte schreibt über die vagina-brain-connection. nun ja. als mann der in den achtziger und neunziger jahren des letzten jahrhunderts durch die mühlen des feminismus gegangen ist kann ich nur sagen: in amerika wird immer so getan als würden sie gerade die welt neu erfinden. und es sieht so aus als sei nun der feminismus dran.
zuerst zum ende des mannes. ich kann mich noch an das ende der geschichte von francis fukuyama erinnern. ausgerufen 1993 kurz nach dem fall der berliner mauer. und die menschheit hat seither geschichte geschrieben. und wie wir es getan haben. eine weltwirtschaftskrise. ein global organisierter terroranschlag. das iphone 5. netbooks. facebook. die liste ist endlos. und ich denke wir männer werden unser ende überleben.
und dann die frau mit dem ungenierten sex. nun war da nicht mal der "tango in paris" von bernardo bertolucci? oder war da nicht "stille tage in clichy" von claude chabrol? und dann noch "9 songs" von michael winterbottom? natürlich. ich vergaß. alles männliche regiesseure. nun wenn das neue darin besteht das frauen sich präsentieren und filme über ihren sex machen. dann. ja dann ist das neu. aber sex im film ist ein alter hut. die pornoindustrie weiß das schon lange.
und zuletzt die vagina-brain-connection. die mystifiizierung der weiblichen geschlechtsteile. statt der klitoris nun die vagina. das hat luce irigaray schon auf den punkt gebracht als sie vom "volk der männer" sprach und vom zerstörer der natürlichen weiblichen sexualität durch den penis des mannes. damals habe ich beschlossen: ich bin kein feminist. ich bin ein mann.
was wir jetzt erleben ist ein von der werbeindustrie und journalistinnen gesteuerter postfeminismus. die frauen haben die macht im bett übernommen - schreiben sie. zumindest in der werbung. und mir scheint es so. als würden die frauen endlich erkennen dass sie in der sexualität immer schon die macht hatten. aber auf grund des erhöhten testosteronspiegel des mannes diese nicht ausüben konnten. männer haben eine gewaltige firewall um die sexualität der frau errichtet. die demokratie und ihre organe haben diese firewall ein stück geöffnet. das rechtssystem hat den frauen - angetrieben vom feminismus - recht egewährt von denen unsere mütter nur träumen konnten. und das ist gut so.
ich als mann möchte dennoch einmal festhalten: die ausübung der sexuellen un dinstitutionellen gewalt der männer gegen frauen basiert genau auf einer einfachen tatsache. dafür brauchen wir nicht die befreiungsschläge der amerikanischen postfeministinnen.
die frauen haben eine vagina. sie haben die reproduktionsfähigkeit. sie sind die mitte der gesellschaft.
wir haben das instrument um diese mitte zu füllen.
alles andere ist eine gute geschmierte postfeministische werbemaschine. die frauen wie naomi wolf und lisa dunham und hanna rosin unglaubliche einkommen beschert und die globalen verlagshäuser reicher machen. ich abe nun beschlossen eine geschichte über meine non-penis-brain-connection zu schreiben. ein altes vorurteil das ich neu beleben sollte. dann kauf ich mir eine villa mit pool und schreibe endlich ökonomisch abgesichert die bücher die mir wirklich wichtig sind.