Logbuch des Textfabrikanten.
kaum ein autor der sich nicht abgemüht hätte mit der frage: was ist literatur. und trotz all der vielen antworten die sich mir aufgedrängt haben über die jahrzehnte blieb beinahe alles offen. mich treibt seit jahren die frage um: was ist literatur. und über all dem denken ist mein schreiben doch noch auf der strecke geblieben. mein schreiben ist flüchtig. haltlos. irrlichternd. denn es ist so schwierig zu beschreiben was sich in der welt zeigt. über die erscheinungen der dinge. immer bin ich als übersetzer gefragt. doch die eigene wahrnehmung ist brüchig. trügerisch. sie ist nicht die kenntnisnahme der realität sondern das was wir uns selbst von ihr zur kenntnis bringen. schon im ansatz bricht die literatur in die wirklichkeit weg. wenn ich zu schreiben beginne. oft fühle ich mich dann wie ein analphabet der versucht die realität zu entziffern. die welt zu buchstabieren. dann baue ich mir hilfskosntruktionen. schaffe oberflächen. auf ihnen male ich bilder. setze zeichen. und hoffe auf eine geschichte. hoffe auf ein stück welt das sich dann enthüllt. manchmal lohnt sich der aufwand. im grunde ist es aber immer ein scheitern. das ist literatur. das scheitern an der realität ist ihr immer mitgegegeben.
wie lässt sich noch land gewinnen
da doch jedes stück erde aufgerissen
von den herzen der dichter und denker
offen und blutig zu tage tritt
berge und täler
himmel und erde
liebe und tod
alles vermessen vom blick der jahrhunderte
geordnet und abgetragen jedes unglück
und viel zu viel vom glück der menschen
zerrieben zwischen der fülle der worte