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Logbuch des Textfabrikanten.

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20120422

heute ist der tag an dem ich mit meiner ausreise aus der welt beginne. alles ist geklärt. die vorbereitungen sind soweit getroffen. es wird  zeit die koffer vom dachboden zu holen und die letzten habseligkeiten zu packen. die schlächter sind wieder unterwegs. das blut fließt in strömen. es wird zeit die flucht zu ergreifen. wenn das sprechen nicht mehr hilft. und das schweigen den menschen zur last wird dann ist es zeit mein kaltes land zu verlassen. die welt hat mich ausgestoßen wie nach langer krankheit der körper sich vom inneren schleim befreit um zu genesen. so finde ich mich wieder in der einizigen konstante die mein leben je hatte. dem nirgendort. dem utopischen impuls der literatur. und bevor dieser impuls vollständig zum erliegen kommt werde ich mich hier in meinem exil einrichten. ein exil das sich nicht um konventionen oder befindlichkeiten meiner mitmenschen kümmern muss. ein exil in dem ich unbehelligt von der welt die mich ausgestoßen hat meine tage fristen kann. ich werde dem prinzip der anarchie frönen. dem prinzip der herrschaftslosigkeit das sich in der von mir aufgegebenen welt als prinzip kaum noch verwirklicht. ich werde alle meine literarischen projekte zu gunsten dieses einen virtuellen exils aufgeben. wer mir folgen will kann mich besuchen kommen. ich werde nichts mehr erläutern in der welt. wer erläuterungen sucht wird sie hier finden. wer sie hier nicht in der lage ist zu finden dem werde ich sie auch in der realen welt nicht vermitteln können. alles andere ist nur vertane zeit. vertane lebenszeit. wenn die welt grausam und unbelehrbar geworden ist ist es für den der sich seinen utopischen impuls retten will zeit die welt zu verlassen und in seinem exil zu bewahren was ansonsten untergehen würde. ich werde mein bürgerliches und kleinmütiges leben weiterführen. ich werde real existieren. wie jede andere person. doch was real existiert ist nur noch die leere hülle einer funktionstüchtigen maschine die immer mehr an wartung benötigt. solange die maschine arbeitet kann das exil bestehen. ich werde mich in die reperaturwerkstätten dieser welt begeben: zum zahnarzt. zum orthopäden. zum arbeitsamt. zum pschotherapeuten wenn es gar nicht mehr anders geht. ich werde meinen körper den menschen zur refelxion ihrer eigenen not zur verfügung stellen. der zweck die maschine funktionstüchtig zu halten ist dem sinn dieser exilexistenz geschuldet.

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