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Logbuch des Textfabrikanten.

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Emigration nach st. wolfgang

Heimisch werde ich in nie werden.

Auch hier in st. wolfgang nicht.

Ich bin mir nicht einmal sicher ob ich es jemals irgendwo gewesen bin.

 

Ich bin kein politisch vertriebener und lebe doch seit jeher in der emigration. In st. wolfgang ist dieses leben schwieriger als anderswo. Heimisch sind hier auch heute nur die bauern. Wer kein bauer ist hat es schwer in diesem ort. Die ansäßigen bürger sind nur durch jahrzehnte hinweg zu einheimischen geworden. Sie sind scheinseßhafte weil sie selbst heimatvertriebene sind. Exilanten aus anderen teilen des landes. Viele emigranten haben eingheiratet und erst ihre enkelkinder wurden einheimische.

Die bürger haben sich abseits der bauern im markt ein biotop für ihre lebensweise geschaffen. Ihre späte rache für die nichtanerkennung bei ihrer ankunft ist die politische geiselnahme aller bürger im namen der tourismusentwicklung. Sie liefern sich seit jahrzehnten einen erbitterten kampf mit dem bodenständigen bauernvolk. Doch die bürger haben schlechte karten denn sie setzen dabei ihre existenz aufs spiel – ihre lebenswelt: den markt selbst.

 

Der markt siecht seit jahren in diesem kampf der interessen dahin. Ökonomisch ebenso wie politisch. Sozial sowieso. Still und ohne aufsehen machen sich die aus dem ort davon die kein erbe antreten müssen und ihre existenz anderswo sichern können. Sie flüchten vor den gästen die ins land strömen und den ort töten. Immer mehr weltexilanten sozialemigranten und misantropische einzelgänger flüchten nach st. wolfgang. Die zahl derer die nicht bürger oder bauern sind steigt von jahr zu jahr an. Sie wollen nichts wissen vom ort. Seiner geschichte und seinen menschen. So wird st. wolfgang langsam zum lebensraum für die verlorenen und mißmutigen.

 

Aber ein gutes hat dies alles. Vielleicht wird mich das siechtum des ortes eines tages mit meinem exil und meiner heimatlosigkeit versöhnen. Vielleicht ist es richtig daß es mich in diesen von gott und marx verlassenen winkel der beutelschneider und wegelagerer verschlagen hat. Nur im herzen der marktswirtschaft ist die häßliche fratze unserer gesellschaft zu sehen. Nur hier im markt st. wolfgang wo eitelkeiten und gier mehr zählen als ein gutes gespräch unter freunden kann einem wie mir klar werden warum er in dieser welt immer ein ausgestoßener sein wird.

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