Logbuch des Textfabrikanten.
franz kafka hat einmal gesagt dass ihm die geistige existenzbehauptung mehr beschäftigt habe als das physische überleben. in dieser sache bin ich sein apostel. sein nachfolger. auch ich kann nicht ohne geistige nahrung sein. nicht ohne die schrift. nicht ohne das wort. das wort schöpft welt. mit dem wort baue ich mir einen ort an dem ich hausen kann. eine heile welt. in der selbst die größten grausamkeiten mir nichts anheben können. utopia haben es klügere leute als ich genannt. schon als kind habe ich in dieser wortwelt gehaust. die wortwelt wurde mir so zum schutz und später zur waffe gegen eine welt die nicht die meine war. die für mich nicht einmal eine welt gewesen ist. sondern nur eine zusammenhanglose ansammlung von ereignissen. eine fata morgana. eine welt die mir jeden tag in anderer gestalt entgegentrat. und so war mir die welt jeden tag neu. war jeden tag neu zu entdecken. musste ich sie mir jeden tag neu aneignen. und in einer derart gestaltlosen welt musste ich als kind eine gestalt annehmen. sollte da sein wo ich doch keine ahnung hatte was ein dasein beinhaltet. so blieb mir nur ein ausweg: die sprache. ich nutzte sie um mir ein dasein zu zimmern das von anderen wahrgenommen und manchmal auch angenommen werden konnte.