Logbuch des Textfabrikanten.
als erzähler bin ich gescheitert. es stellen sich keine vollständigen geschichten mehr ein. alles bleibt fragment. alles beginnt. nichts endet. nur anfang. langsam sickert mein denken in mein leben ein. bisher aber waren leben und denken getrennt. nun ergreift mein leben besitz von meinem denken. doch das denken war das einzige was von meinem leben bisher verschont geblieben war. es war der einzige boden auf dem mein schreiben gedeihen konnte. das denken als sinnstiftung gab mir die schrift. über die existenz an sich konnte ich noch nie ein wort verlieren. ich bin kein gelehrter. aus mir wird auch nie einer werden. da helfen keine studien an universitäten. keine doktorarbeiten. aber was bleibt dann noch von mir wenn das erzählen sich verflüchtigt. es ist das einzige was mir noch geblieben ist das an die schwelle meiner kindheit zurückreicht. nichts ist meinem leben von so langer dauer gewesen wie mein schreiben. und wenn dieser letzte faden reißt der in meine kindheit reicht dann wird sich das was andere ich nennen auflösen in einem nichtich. dabei verwandelt sich mein ich aber nicht in ein anderes ich. auch nicht in ein nichts. es nimmt einfach nur den oppositionellen charakter des ich an und wird zum nichtich. das nichtich ist nicht am leben aber auch nicht tot. es existiert ohne existenz. es kennt sich nicht und ist sich doch nicht fremd. es ist leer. aber es ist nicht leer wie ein leeres glas das gefüllt sein will. es ist leer wie ein erkaltetes universum in das nichts mehr einströmt weil alles zum stillstand gekommen ist. nicht tot. aber leblos.