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Logbuch des Textfabrikanten.

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20120528

es gilt eine sprache für meine zeit und meine geschichte zu finden. was verloren ist muss wiedererrungen und aufgegriffen und abgeholt werden. an dem ort wo es oft auch schon vor dem beginnen endet: bei der ersten erinnerung. beim ersten wort. beim ersten satz den einer wie ich über sein leben erzählen kann. damit hängt aber mein ganzes weiteres leben an dem seidenen letzten faden der ersten sätze. diese wollen oft nicht erzählt sein und gelingen dann doch. sie machen eine geschichte überhaupt erst möglich. nach solchen geschichten verlange ich. nach geschichten die ohne nachsicht und ohne gnade und ohne zorn aus meiner erinnerung in die gegenwart reichen und die vergangenheit mit der zukunft versöhnen. eine solche geschichte verlange ich von einem wie mir. von einem der gewohnt ist geschichten von ihrem ende her zu denken. bevor ich mich ans erzählen mache weiß ich den letzten satz herzusagen. ich fordere klarheit über die fluchtpunkte auf die die menschen und ihre schicksale zustreben. ich begehre wissen über die menschen. dieses begehren ist unumgänglich. dieses begehren nach den letzten und den ersten sätzen. diese sätze die leichter zu erzählen sind als aufzuschreiben. denn der erste geschriebene satz legt seine geschichte unwiderruflich fest. von diesem ersten Satz weg rekonstruiert sich alles. der nullpunkt einer geschichte ist nicht der vermeintliche höhepunkt einer erzählung auf den alles zustrebt wo reinigung und sühne stattfinden oder wo alles schwere von den menschen abfällt und sich in wohlgefallen auflöst. der nullpunkt einer geschichte ist immer willkürlich. er ist selten am anfang zu finden. meist liegt er in der vergangenheit. in der vorgeschichte auf die alle zukunft eines lebens zustrebt.

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