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Logbuch des Textfabrikanten.

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Von echtem geld und leben

„Sonst schaffen sie es nie ins echte leben.“ [Zitat: Spiegel 23/2010, S.62]

 

Das echte leben und das echte geld. Folge ich der logik des artikels hat nur wer arbeitet und eigenes geld verdient das nicht vom staat kommt ein echtes leben. Auch wenn er dann zwar weniger geld hat als wenn er vom staatsgeld leben würde.

Ein echtes leben. Was soll das sein? Das bedeutet ja im umkehrschluß daß es auch so etwas wie ein unechtes also gefälschtes leben geben könnte. Und gefälschte dinge sind in unserer gesellschaft wertlose dinge. Also wäre ein gefälschtes leben ein wertloses leben. Also nur wenn ich mein geld aus lohnarbeit beziehe bin ich wertvoll. Dieses denken macht uns alle zu lohnjunkies. Und jeder der gefälschtes geld vom staat nimmt ist sozusagen auf entzug. Und drogenentzug kann menschen schwer depressiv machen. Und jeder der einmal eine depressive phase in seinem leben durchgemacht hat weiß wie wertlos einem da das eigene leben vorkommen kann.

Kurz: wer kein echtes geld verdient lebt ein gefälschtes leben und ist als mensch wertlos. Das ist die tragik des postsozialistischen menschen. Loharbeit entfremdet ihn nicht mehr sondern macht ihn zu dem was er als lohnsklave immer schon war: wertlos.

Manchmal kann ein einziger satz mehr über unsere unmenschliche welt enthüllen als ihm ursprünglich lieb war. Es ist wichtig daß wir diese sätze erkennen und interpretieren. Nur so könnenw ir uns davor bewahren unsere wertlosigkeit zu verinnerlichen. Nur so sind wir in der lage uns aus der abhängigen lohnsklaverei zu befreien und die demütigungen die uns von arbeitsämtern und arbeitgebern im namen des echten lebens zugemutet werden zurückzuweisen.

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