Logbuch des Textfabrikanten.
erzählen kann ich mir meine geschichte nur nachts. wenn es still ist und selbst die natur nur noch gelegentlich geräusche ausdünstet die aus frischgeschorenen wiesen aufsteigen oder sich über dem zugefrorenen see wie schallkaskaden im tal ausbreiten. nachts kann ich mich dem rhythmus der stille hingeben oder dem dröhnen eines sturms. dann wenn ein ton vom anderen kaum noch zu trennen ist und der ton über die berge fegt und ein ohrenbetäubendes heulen und jaulen durch die ritzen der fenster und türen in mein haus presst. in meine dachkammer. nachts kann ich die fenster öffnen und alles einlassen was nicht menschlich ist. nachts ist alles nur schemenhaft zu erkennen. die gegenwart scheint wie ausgelöscht und eine zukunft braucht es in der düsternis der nacht nicht. nur nachts ist es möglich dass die Geister meiner kindheit auferstehen und mich heimsuchen können. wenn ich die augen schließe existiert nur ein geringfügiger unterschied zwischen der hellschwarzen dunkelheit und der geistigen umnachtung des schlafes in der alle erinnerung fremd und unerkennbar in traumbildern gespeichert ist.